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Mittwoch, 17. August 2011

Stink-Fruchtalarm! Durian...

Auf der Fahrt nach Dortmund hab ich den Durian-Tipp bekommen: "Schmeckt wie Vanillepudding..." hieß es einstimmig. Es klang die ganze Zeit in meinen Ohren...und gleich Montags bin ich zum besagten Asialaden gefahren und tatsächlich: diese Stachelstinkfrucht lag da...Bei 9 € das Kilo (und so ein Teil wiegt 2 kg) allerdings unbezahlbar. Aber moment...in der Tiefkühltruhe liegen sie auch...nur 3,50 € das Kilo...eingepackt! Zwar immer noch echt teuer, aber was ich probieren will, probier ich auch. Komme was wolle! Der Mann vor mir an der Kasse meinte nur "Mutig...". Na schauen wir mal...

Nun hatte sie 24 Stunden zum Auftauen...und das Experiment konnte beginnen...


In Hotels sind sie verboten, es gibt auch Verbotsschilder in U-Bahnen...und einige meinen sie riechen wie Biomüll mit Süßigkeiten nach ein paar Tagen. Yummy....
Aber dann war wieder diese Stimme..."Schmeckt wie Vanillepudding"...
Es gibt eben lover und hater... Und was bin ich?

Küchentür zu und ran an den Speck!


Habe mir zwar 2 Youtube Videos zum Öffnen angeschaut, habs aber nicht richtig hingekriegt. Aufbekommen hab ich sie trotzdem.


Und ha! Jetzt weiß ich, wonach der Asialaden riecht - Durian! Denn plötzlich hatte ich original diesen Asialadengeruch in der Nase...
Aber man gewöhnt sich dran. Oder versucht sich das zumindest einzureden...VANILLEPUDDING!
Und dann waren da diese gelben Fruchtfleischdinger...


Auf den Teller und probiert... naja... soo falsch ist Vanillepudding eigentlich nicht... allerdings irgendwie süßer, reichhaltiger mit einem Tick Säure. Da das Fleisch faserig war, wurde es erst mal püriert und weiter probiert. Und irgendwie scheiden sich da meine Geschmacksknospen... Irgendwie wirklich wie Pudding, aber dieser Asialaden-warmer-Müll-Geruch ist trotzdem präsent. Penetrant.
 
Irgendwie lecker, irgendwie zu süß, irgendwie eklig...ICH HAB KEINE AHNUNG!

Weils mir dann aber irgendwie doch zu viel war, hab mir noch ganz viel Kakao und Carob dazugerührt...Aber ein echter Genuss war es nicht...Ich weiß es eben nicht...
"Too much heat" - wie ich es irgendwo gelesen hab beschreibt es irgendwie ganz gut.

Als ich dann die stachelige Schale in den Müll schmeißen wollte, hab ich noch bemerkt, dass ja noch 2 weitere Fruchtfleischdinger versteckt waren...:) Die kamen dann in die Tupperdose. Diese dann noch in eine Tüte.

Aus einem Teil hab ich mit einer gefrorenen Banane ein Durian-Eis püriert. Und gekühlt ist es schon harmonischer im Geschmack. Mit der Banene in Kombination echt in Ordnung!

Und aus dem anderen Teil gab es eine Durian-Curry-Suppe. Inspiriert vom Rezept von goneraw.com.
Darin steckte:
160g Durian, Wasser nach Bedarf, 1 TL Reisessig, Currypulver, Chilipulver, 2 Eiswürfel Kokosmilch, Salz, Koriander, Saft einer halben Zitrone.
Ich war überrascht. Lecker! Hat alles echt super gepasst! Empfehlung!

Einen Rest hab ich noch - daraus wird dann Smoothie gemacht.

Ein 2 Kilo-Oschi bringt übrigens ca. 1 kg Fruchtfleisch auf die Waage. Trotzdem ein teures "Vergnügen".

Und das Zimmer...ja. Beim Rausschneiden brav die Küchentür geschlossen...aber da man in meiner 2qm-Küche schlecht entspannt essen kann, wurde das Zimmer dann doch kontaminiert. Nach 2 Stunden Stoßlüften war es dann allerdings auch wieder neutralisiert.
Also wichtig: Niemals Durian im Winter essen! ;)

Tja...noch einmal brauch ich sie nicht...sie ist teuer, schwer, unglaublich stachelig und unhandlich, und geschmacklich zwar spannend, aber auch "spaltend". Anders.
Die Konsistenz eignet sich zwar toll für rohvegane Puddings, aber der Geschmack lässt sich auch von ganz viel Kako nicht überdecken bzw. harmonisieren.

Adios Stinkfrucht!

Hattet Ihr schon mal Durian? Und hat´s geschmeckt? :)

Dienstag, 2. August 2011

Mayonnaise & Aioli - Versuchsküche

Spanien hat mich inspiriert. Aioli hat mich inspiriert. Ich konnte es dort nicht essen, deshalb will ich es wenigstens jetzt, zu Hause! Sofort!


Letztendlich ist Aioli ja eigentlich nur Mayonnaise mit ein wenig viel Knoblauch drin.
Also muss erst mal eine anständige Mayo her!
Aber wie? Von der Herstellung hatte ich keine Ahnung. Ich wusste nur, dass viel schiefgehen kann. Aber mir war´s egal - ich wollte mich in die cremige Ungewissheit stürzen. Komme was wolle.


Letztendlich ist es ein großes Rezepte-Experiment geworden, bei welchem es letztendlich Sieger und Verlierer gibt. Ich hoffe, ich kann Euch hiermit irgendwie bei der Auswahl Eures nächsten Mayo-Rezeptes helfen.


Nun erst einmal die Rezepte, und danach die Auflösung.


Mayo Nr. 1 - Klassisch & voll Fett
Das Rezept hab ich aus "Vegan Lecker Lecker" und es ist nach meinen Recherchen DAS Standardrezept für vegane Mayo:


Für ca. 370g:
125ml Sojamilch
250ml neutrales Öl (ich hatte Sonnenblumenöl)
2 TL Zitronensaft
(zum Würzen: 1 TL Senf, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 1 TL Essig)


Vorher: Milch und Öl müssen beide Zimmertemperatur haben!! Diese Mayo hab ich noch mit dem Pürierstab gemacht. Tzz. Doof. Schneebesen (elektrisch) ist hier viel, viel besser! Oder ein Handmixer...oder ein Standmixer mit Einfüll-Loch.
Zubereitung: Sojamilch mit dem Zitronensaft kurz verrühren kurz warten, bis es leicht dicklich wird. Mixer (oder was auch immer) anschalten, und das Öl langsam dazufließen lassen. Langsam! Irgendwann (nach spätestens 200ml) wird´s schon schön dick. Weitermachen und dann die Gewürze dazu, Abschmecken und fertig. Dann ab in den Kühlschrank - dort wird es nach ein paar Stunden noch ein wenig fester.




Mayo Nr. 2 - Klassisch & weniger Fett
Da ich bemerkt habe, dass die Masse schon vor der kompletten Ölzufuhr dick wurde (und manch andere Rezepte für weniger Öl plädieren), wollte ich diesmal nun weniger Öl verwenden um zu sehen, wie sich die Konsistenz hier entwickelt. Auch wollte ich ein anderes neutrales Öl verwenden - Rapsöl.


Für 290g:
80ml Sojamilch
110ml neutrales Öl (Rapsöl)
1-2 TL Zitronensaft
(Würze wie oben, nur etwas weniger)


Zubereitung: Wie oben. Nachdem mein Rapsöl leer war, war die Masse allerdings noch nicht so fest wie gewünscht. Habe dann trotzdem die Gewürze hinzugegeben und bin auf die gloreiche Idee gekommen, meinen elektrischen Schneebesen zu nutzen. Und ruckzuck wurde das Zeug fester und ließ sich ein wenig aufschlagen! :)



Mayo Nr. 3 - Tofu!
Nachdem ich die Kalorien der Mayo Nr. 2 augerechnet hab, bin ich trotzdem noch vom Stuhl gekippt...um die 600kcal/100g. Paah. Da kann man doch nicht Spaß haben beim Essen...oder? Es muss noch lighter gehen. Recherchiert - und Tofu war die Lösung!


Für ca. 260g:
250g Silken Tofu
2 TL Zitronensaft
1 EL Öl (hatte Sonnenblumenöl)
(Würze ungefähr wie oben)


Zubereitung: Einfach alles zusammen im Mixer verrühren. That´s it.




Mayo Nr. 4 - Low Fat mit Stärke
Stärke...irgendwie kam es mir in den Sinn, dass Sojamilch und Stärke neben Pudding doch sicher auch eine nette Mayo-Variante ergeben können, oder? Kurz recherchiert - und ja! Letztendlich kam ich auf das Rezept von Pogopuschel.

Das habe ich genauso übernommen, bloß statt 4 EL Öl nur 1/2 EL (Sonnenblumenöl) genommen. Ich hatte übrigens Kartoffelstärke.



Mayo Nr. 5 - Low Fat mit Johannisbrotkernmehl 
Was Stärke kann, kann Johannsibrotkernmehl (manche nennen es auch Bindobin) erst recht!
Habe quasi das gleiche Rezept wie oben genommen, nur 1 gestr. TL Johannisbrotkernmehl.




Von der Mayo zur Aioli...? 
Einfach nach Gusto gepresste Knoblauchzehen rein, und gut gemixt. Teils noch etwas Zitronensaft und Knoblauchpulver.  


Die Ergebnisse 
Mayo ist immer in rosa, Aioli immer in grün

Mayo Nr. 1: schöne Farbe, typisch Mayo-artige Konsistenz, ganz guter, typischer Geschmack - aber das Öl "passt irgendwie nicht"...
Aioli Nr. 1: s.o. ganz ok, aber haut mich nicht um! Nicht für die Kalorienzahl...:D





Mayo Nr. 2: sehr gelb, durch das Aufschlagen mit Luftlöchern - also moussige Konsistenz, sehr guter, typischer Geschmack (Rapsöl "passt besser")
Aioli Nr. 2: nicht ganz so gelb, cremigere Konsistenz, trotz genug Knobi noch zu "mayoiger" Geschmack






Mayo Nr. 3: schneeweiß, schöne cremige Konsistenz, relativ guter Geschmack, nicht "tofuig", allerdings kein cremiges Mundgefühl sondern leicht mehlig, also nicht wirklich Mayo-ähnlich.
Aioli Nr. 3: s.o. nur mit mehr Knoblauch, duh...;)






Mayo Nr. 4: schöne Farbe, durch das Mixen ist die Bindung aber etwas verloren gegangen und es wurde leicht flüssig, geschmacklich aber top, cremiges Mundgefühl (absolut kein Unterschied zur Öl-Variante!), schöner typischer Mayo-Geschmack
Aioli Nr. 4: s.o. nur mit mehr Knoblauch...






Mayo Nr. 5: ekelhaft gräulich, gute, feste aber leicht gelige Konsistenz, cremiges Mundgefühl, typischer Mayogeschmack wird aber durch das Johannisbrotkernmehlaroma zerstört...irgendwie pappig.
Aioli Nr. 5: s.o., geschmacklich etwas besser als die Mayo, aber auch irgendwie merkwürdig



FAZIT

- Es geht auch fettarm - tatsächlich! Das Wundermittel hierbei: Stärke! Ich hatte wirklich Probleme, die Stärkemayo von der vollfett-Variante zu unterscheiden! Nur muss die Konsistenz hier etwas verbessert werden. 
Mein Tipp:
1. etwas mehr Stärke?
2. ein klein bisschen Johannisbrotkernmehl mit rein und gemeinsam einkochen?
3. Maisstärke verwenden, bzw. einen Mix aus beiden?
4. Eine gekochte Kartoffel mit dazu pürieren (hab ich in einigen Aioli-Rezepten gelesen...)?
5. gerade eingefallen: Konjakmehl zum eindicken...kalorienfrei, farb- und geschmacksneutral ;)

Also ein bisschen muss noch experimentiert werden, aber ich finde, es geht in die richtige Richtung, denn bei jedem Löffel das schlechte Gewissen zu steigern ist doch doof...;)

- Das Öl... Für die klassische Variante hat mir persönlich das Rapsöl viel besser geschmeckt als Sonnenblumenöl, obwohl ich kein großer Raps-Fan bin! Es passte für die Mayo-Variante einfach besser! Außerdem ist Rapsöl ja auch wesentlich gesünder - also, nur zu!
Olivenöl sollte man generell nicht nehmen (zumindest kein extra vergines). Damit wird die Mayo bitter und schmeckt merkwürdig. Auch im Aioli nicht zu empfehlen. 
Hanföl kann ich mir dagegen noch gut vorstellen. Werde ich bald irgendwann auch mal probieren. 

- Von der Mayo zur Aioli...So einfach wie gedacht war es doch irgendwie nicht. Dieses typische Mayo-Aroma (welches durch die Gewürze ja entstanden ist), war immer noch im Hintergrund. Deshalb - wenn es Aioli werden soll, lieber gleich den Knobi mit einarbeiten und stark pürieren und dann den Rest dazu und später mixen. Hier brauchts wohl etwas weniger Senf und Zucker, und eher Zitronensaft anstatt Essig (ich hatte meist Apfelessig).

So, ich hoffe, ich konnte Euch ein wenig helfen, wenn ihr das nächste Mal (Grillsaison bitte komm endlich!) Mayo machen müsst...:)